Ehrenmal für die Gefallenen
des Weltkrieges in Stralsund.
Bronzegruppe von Georg Kolbe (1934).

Weltkrieg und nationale Erhebung.

Die Lage in Pommern unterschied sich wirtschaftlich und kulturell nur wenig von der in den übrigen Teilen des Reiches, als im August 1914 der Weltkrieg ausbrach. Er schaffte die sozialen Schwierigkeiten der letzten Vorkriegsjahre zunächst mit einem Schlage aus der Welt. Wie überall im Reich, stand auch in Pommern das Volk wie ein Mann auf, um auf den verschiedenen Kriegsschauplätzen jahrelang treu seine Pflicht zu tun. Zahlreiche Kriegerehrenmäler und Heldengedenktafeln künden im Lande von den schweren Opfern, die Pommern gebracht hat.

Pommerscher Grenzstein bei Piasnitz (Kreis Lauenburg).
Die Inschrift wurde von der Internationalen Grenzkommission bestimmt.

Die daheim gebliebene Bevölkerung trug die Lasten des Krieges mit besonnener Ruhe. Frauen und Kinder traten an die Stelle der in den Krieg gezogenen Männer, vor allem bei der Feldarbeit. Mußte doch gerade Pommern mit seinem Reichtum an landwirtschaftlichen Erzeugnissen (Kartoffeln und Korn) mithelfen, die Ernährung der Bevölkerung des westlichen Industriegebietes sicherzustellen. Mit der fortschreitenden Abschnürung Deutschlands vom Weltmarkt und dem immer verhängnisvoller werdenden Daniederliegen der Schiffahrt und der Fischerei wurde aber auch die Lage Pommerns immer schwieriger. Wirtschaft, Handel und Verkehr, ja, jeder einzelne Bürger mußten sich scharfe Eingriffe seitens der Behörden gefallen lassen, um den gemeinsamen Kampf um die Existenz Deutschlands durchhalten zu können. Doch zermürbte in den letzten Kriegsjahren die geheime Tätigkeit politischer Wühler und Aufwiegler den Widerstandswillen des Volkes, das schließlich unter der Last von vier harten und entbehrungsreichen Kriegsjahren zusammenbrach. Auch hier tat sich die Unzufriedenheit in Unruhen und Aufständen kund.

Aus der Segelfliegerschule in Leba.
Photo L. Kruse, Leba.

Das unselige Friedensdiktat von Versailles traf auch Pommern schwer. Reparationsleistungen, besonders die Auslieferung eines großen Teiles seiner Schiffe, schwächten seine durch den Krieg ohnehin verminderte Wirtschaftskraft weiter und brachten Arbeitslosigkeit, Not und Verzweiflung. Dazu war Pommern, das selbst ein kleines Stück seines Gebietes im Osten verloren hatte, durch die Abtrennung Ostpreußens vom Reich Grenzland geworden und hatte mit erhöhter Wachsamkeit, wie seit Jahrhunderten und Jahrtausenden, gegen das von Osten andringende Slaventum auf Posten zu stehen. Das erforderte besonderen Opfermut und besondere Hingabe von einer Bevölkerung, die durch Klassenkämpfe und

Parteienzwist zerrissen war und durch die Scheinblüte der Inflationsjahre falsche Lebensmaßstäbe bekommen hatte. Mißwirtschaft und Unsicherheit herrschten auf allen Gebieten und bedrückten die Gemüter der treu an ihrer Heimat hängenden Bewohner.

Die Weihestätte in Pasewalk.
(Eingeweiht am 21. Oktober 1937.)
Hier beschloß Adolf Hitler im Herbst 1918, Politiker zu werden.
Aus dem Bildarchiv der "Pom. Zeitung" Stettin.

Vierzehn Jahre lang ertrug mit dem ganzen deutschen Volke auch Pommern diesen Zustand politischer und völkischer Zerrissenheit und Ohnmacht. Aber such hier fand die Erneuerungsbewegung der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei früh ihre Anhänger. Als dann endlich am 30. Januar 1933 die Führung des Reiches an Ado1f Hit1er überging, bekannte sich das ganze pommersche Volk einmütig zu ihm und seiner Idee. Mit großer Tatkraft griff die neue Regierung die drängenden Aufgaben der politischen, wirtschaftlichen und völkischen Gesundung an und erreichte sehr bald gerade in Pommern, wo 1935 auch das zweite Armeekorps neu erstanden ist, durch die Maßnahmen des Arbeitsbeschaffungsprogramms (genannt seien nur der Bau des Rügendammes und der Autobahnen), des Erbhofgesetzes, der Volkstumspflege usw. eine wesentliche Besserung der Verhältnisse. Zuversichtlich sieht daher heute das Pommernvolk, das sich seiner engen Verbundenheit mit dem Boden, auf dem es seit Jahrhunderten lebt, wieder bewußt geworden ist, einer glücklichen Zukunft entgegen und stellt sich gern in den Dienst des Vaterlandes mit der Waffe und dem Spaten. Wehrhaften Sinnes will es die Wacht im Osten halten und so der großen Aufgabe dienen, die ihm als einem Bollwerk im Osten unseres Vaterlandes gestellt ist.

Der Rügendamm bei Stralsund.
1936 fertiggestellt.