Pommerellen www.pommerninfo.de Mestwin I. von Pommerellen

Mestwin I.

Herzog von Pommerellen
von 1207 bis 1220

Geboren am : ca. 1160
Geboren in :  
Gestorben am : 1. Mai 1219/20
Gestorben in :  

Mestwin I. wurde ca. 1160 als Sohn des Sobieslaw I. und der Powalkowna geboren.

Er war mit Zwinislawa, einer Tochter Mieszko III., des Alten, von Polen und der Evdokiya Izyaslavna von Kiew verheiratet (ca. 1181). Die hatte vier Söhne und fünf Töchter.

Kinder:

Sambor II.
Swantepolk II.  
Wartyslaw I.
Ratibor
Jadwiga verheiratet (ca. 1196) mit Wladilaw Odonic von Kallisch und Polen.
Witoslawa:  Priorin des Klosters Zuckau. Sie starb am 9. Dezember 1290, 24 Jahre nach dem Tod ihres Bruders Swantopolk.
Miroslawa: Sie war mit Herzog Bogislaw II. von Pommern verheiratet (ca. 1181 bis 1240).
Zwinislawa Schwester im Kloster Zuckau
Anastazja Schwester im Kloster Zuckau

Mestwin I. (auch Msciwoj/Mszczuj), der Sohn von Sobieslaw I., war Fürst und Herzog Pommerellen in den Jahren 1207 bis 1220.

In den Olivaer Tafeln hat er den Spitznamen "pacificus" (der Friedfertige). Als etwa 1207 das Geschlecht der Powal ausstarb, mit dem er mütterlicherseits verwandt war, machte er seine Erbansprüche auf das Gebiet von Wyszogrod (heute Fordon) geltend. Seine Herrschaft fiel in die Zeit der Hegemonie Dänemarks über den südlichen Ostseeraum. König Waldemar II. von Dänemark hatte Mecklenburg, Pommern und Pommerellen erobert, Lübeck und Hamburg hatten seine Schutzhoheit anerkannt.

Mestwin musste 1210 dem dänischen König den Lehnseid leisten, als dieser auf einem Kriegszug in das Pruzzenland auch Danzig eingenommen hatte. Wahrscheinlich am 24. Juni 1209 stiftete Mestwin I., "von Gottes Gnade Fürst in Danzig", "zu einem Kloster für die Nonnen, welche Gott und der heiligen Maria dienen", mehrere Ortschaften zwischen der Radaune und ihrem Zufluss Stolpe. Da er die Zustimmung seiner vier Söhne und seiner Gemahlin hatte, fügte die Fürstin als ihren Anteil die ganze Oxhöfter Kämpe, das Dorf Bolschau im Burgbezirk Belgard an der Leba, sowie das Dorf Grabowo bei Schwetz hinzu. In den Urkunden ist festgelegt "freiwillig und gottergebenen Sinnes samt allem ihrem Geschmeide".

Die bald nach 1209 errichtete Klosteranlage vermutet man an der Mündung der Stolpe in die Radaune. Das Kloster in Zuckau (Zukowo) war ein Prämonstratenser-Nonnenkloster. Seine Gründung geschah nicht mit Hilfe benachbarte pommerscher Niederlassungen. Das wurde, vielleicht durch die dänisch-pommerschen Kämpfe in jener Zeit, verhindert. Mutterkloster für Zuckau war vielmehr das Sankt Vinzenzstift bei Breslau, das seit 1180 von Prämonstratensern besetzt war. Bereits 1201 bestätigte Papst Innozenz III. dem St. Vinzenzstift unter anderem eine Jacobikirche in Zuckau. Die Überlieferung lässt nicht erkennen, wie die Verbindung zwischen der Danziger Fürstenfamilie und dem Breslauer Sankt Vinzenzstift zustande kam. Die Gründung eines Nonnenklosters entsprach anscheinend einem Bedürfnis. Es sollte eine Versorgungs- und Bildungsstätte für die Töchter des Fürstenhauses und des pommerellischen Adels geschaffen werden. Das gab es in anderen Ländern auch.

Zuckau entwickelte sich zum Hauskloster für weibliche Angehörige des pommerellischen Fürstenhauses. Witoslawa, Tochter des Stifterpaares und Schwester von Swantopolk II. und Sambor II., ist als "magistra" (Meisterin) dieses Klosters 1275 und 1289 nachgewiesen. Neben einer Novizenschule unterhielt das Kloster später auch eine Knaben- und eine Mädchenschule.

Von Mestwin I. ist außerdem bekannt, dass er in einer Versammlung polnischer Großer und hoher Geistlichkeit in Mikolin im Jahre 1212 als Herzog (dux) auftrat. Er hatte sich also bald von der dänischen Vasallität gelöst und seine volle Unabhängigkeit erlangt. Um 1213, anlässlich einer Bestätigung für das Kloster Zuckau, bezeichnete er sich aber wieder als "princeps".

Mestwin starb am 1. Mai 1219 oder 1220, seine Gemahlin starb am 4. September 1240.

 

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Danzig
(Gdansk)

Oliva
(Oliwski)


Zuckau
(Żukowo)

Lage der genannten Orte
im heutigen Polen

Quellen:
Wikipedia - Die freie Enzyklopädie
www.e-familytree.net
http://www.lexikon-definition.de/Samboriden#Die_Samboriden
 

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