Pommerellen www.pommerninfo.de Mestwin II. von Pommerellen

Mestwin II.

Herzog von Pommerellen-Schwetz
von 1266 bis 1294
 
Geboren am : ca. 1220
Geboren in :  
Gestorben am : 25. Dezember 1294 1)
Gestorben in :  
 

Mestwin (auch Mściwój II und Mszczuj II) war Sohn von Swantopolk II. und der Euphrosina, einer Schwester des Fürsten Wladyslaw Odonicz von Großpolen-Gnesen. Er hatte noch zwei Brüder (Wartyslaw II. und Johannes 2)) und fünf Schwestern (Euphemia, Hedwig, Zwinisława, Dambroka und eine unbekannte Schwester).

In erster Ehe war er (1253/55) mit  Jutta von Wettin, Tochter von Dietrich I. Graf von Brehna und der Eudoxia von Masovien [Piasten] (-1269/73) verheiratet. Sie hatten eine Tochter (Katarina).

Kinder:
Katarina: 2)

(verstorben nach dem 1. Januar 1312). Verheiratet (1. April 1269) mit Pribislaw II. von Mecklenburg Herr zu Wollin, Sohn des Pribislaw I. Herr von Mecklenburg und seiner ersten Frau (- nach 21. Juni 1316).

1267  heiratete er zum zweiten Mal (1275, geschieden vor Aug 1288, Euphosyne (Eufrozyna) von Oppeln, Witwe des Kasimir Prince von Kujawien [Piasten], Tochter von Kasimir Herzog von Oppeln [Piasten] und seiner Ehefrau Viola (1228/30 - 4. November 1292). 

Im dritter Ehe (26. August 1288) war er mit Sulislawa (Sulka) von Polen, Tochter des Odon von Groß-Polen (Piasten).

 

Im Laufe seiner langen Herrschaft hatte der Vater seine Söhne an der Herrschaft teilnehmen lassen. Er übertrug seinem Sohn Mestwin II., dem Ältesten, das Gebiet Schwetz (Swiecie), Wartyslaw, dem Jüngsten, das nördliche Pommerellen mit der Burg und Stadt Danzig (Gdansk).

Am 20. September 1264  erteilt Herzog Mestwin in Kammin/Pommern Herzog Barnim von Pommern die Anwartschaft auf sein Land, das nach dem Tod seines Vaters Swantepolk II. (1266) und seines Bruders Wartyslaw II. (1271) an ihn fallen wird.4)

Gleich nach Swantopolks Tod (1266) war Herzog Barnim von Stettin bis nach Belgard a. d. Persante vorgerückt. Das war eine Bedrohung, vor der Mestwin sich durch eine Verbindung mit den Brandenburger Markgrafen schützen wollte.

Herzog Mestwin beurkundet 1268 in Kulm, daß er durch Vermittlung des Königs Ottokar von Böhmen mit dem Deutschen Orden in Preußen Frieden geschlossen hat.5)

Herzog Mestwin nimmt am 1. April 1269 im Arnswalde sein Land von den Markgrafen Johann, Otto und Konrad von Brandenburg zu Lehen, die sich verpflichten, seine Tochter (Miroslawa mit Barnim I. von Pommern) zu verheiraten und ihm ein Jahrgeld von 100 Mark Silber oder 100 Maß Getreide zu geben.6) Die Brandenburger wurden damit Oberherren Mestwins und waren zu seinem Schutz verpflichtet.

Im Laufe des Jahres 1269 geriet Mestwin mit seinem Bruder Wartyslaw II., der in Danzig residierte, in Streit. Um die Jahresmitte 1270 bat Mestwin die Brandenburger um Beistand und versprach ihnen die (ihm nicht gehörende) Burg und Stadt Danzig als Entschädigung für ihre Unterstützung. Wartyslaw floh nach Kujawien.

Herzog Mestwin bittet 1271 die Markgrafen Johann, Otto und Konrad von Brandenburg um Beistand in seinen Nöten für sich, seine deutschen Bürger von Danzig, seine Prußen und Pommern und erbietet sich, ihnen Burg und Stadt Danzig als Eigentum einzuräumen. Die deutschen Danziger Bürger nahmen die brandenburgichen Truppen unter Markgraf Konrad im Frühjahr 1271 in die Stadt auf. Inzwischen war Wartyslaw in Kujawien gestorben. Mestwin betrachtete sich als seinen Erben und bereute jetzt seine Zusage an die Brandenburger. Nachdem diese abgezogen waren, wollte er die Stadt einnehmen. Die deutschen Bürger verweigerten ihm aber den Zutritt zur Stadt. Sie waren ja mit Mestwins Willen „Brandenburger“ geworden. Auch die Besatzung der räumlich etwas entfernten Burg, vermutlich Anhänger des pommerellischen Adelsgeschlechts der Swenza, leistete Widerstand. Eine Belagerung blieb erfolglos. Mestwin rief darauf seinen Vetter Boleslaw von Großpolen zu Hilfe. Dieser eroberte im Januar 1272 die Stadt und nahm auch die Burg ein. Mestwin schloss Frieden mit der Stadt, die ihre Befestigungen niederlegen musste. Führende Bürger, die auf Seiten der Brandenburger standen, wurden bestraft, einige mit dem Tode, andere mit dem Entzug ihres Vermögens. Mestwin hielt fortan Freundschaft mit Boleslaw.

Herzog Mestwin nimmt am 3. September 1273 im Drawebrücke nochmals die Länder Schlawe (Slawno) und Stolp (Slupsk) von den Markgrafen Johann, Otto und Konrad von Brandenburg zu Lehen und verspricht, den Markgrafen gegen jeden Feind beizustehen, ausgenommen Herzog Boleslaw von Groß-Polen.7) Eine Verpflichtung zur Heeresfolge gegen Boleslaw wurde dabei ausdrücklich ausgenommen. Die Freundschaft übertrug sich auf Boleslaws Nachfolger Przemysl II. (seit 1279), einen Enkel des Wladyslaw Odonicz, der Helinga (Hedwig, Jadwiga), eine Schwester Swantopolks zur Frau hatte. Diesen setzte Mestwin am 15. Februar 1282 in Kempen (Kepno) in Posen zum Erben seines Landes in Form einer „Schenkung unter Lebenden“ ein und ernannte ihn gleichzeitig zu seinem Stellvertreter bei Lebzeiten und erkannte somit die Lehnshoheit des piastischen Herzogs an und übertrug ihm damit sein Herzogtum 2) 8).

Herzog Mestwin tritt 1282 zu Militsch dem Deutschen Orden in Preußen das Land Mewe (Gniew) ab. Philipp, Bischof von Fermo, päpstlicher Legat, beurkundet den Vergleich zwischen Herzog Mestwin und dem Deutschorden in Preußen über die Abtretung des Landes Mewe an den Orden. 9) 10)


Das Mewer Land

In den folgenden Jahren war Mestwin bemüht, Przemysl II. die Nachfolge in Pommerellen zu sichern. Er schloss 1287 ein Friedensbündnis mit dem Bischof von Cammin, veranlasste die pommerellischen Barone, seiner Schenkung zuzustimmen und Przemyslaw II. zu huldigen.

Mestwin II. gründete 1289 die Dominikanerkirche in Dirschau.

Er verzichtete auf das Land Belgard a. d. Persante zugunsten Boguslaws IV. von Stettin. (Barnim von Stettin hatte Belgard gleich nach Swantopolks Tod besetzt.) Wizlaw von Rügen und die Brandenburger dagegen verzichteten nicht auf ihre Ansprüche. Sie einigten sich 1292 darauf, Pommerellen nach Mestwins Tod zu teilen.

Mestwin II. stirbt am 25. Dezember 1294 1) ohne männliche Erben.

Damit war das pommerellische Herrscherhaus der Samboriden ausgestorben. Przemysl II. von Großpolen, der am 16. Juni 1295 vom Erzbischof von Gnesen zum König von Polen gekrönt worden war, trat ohne Schwierigkeiten in seiner Eigenschaft als Herzog von Pommerellen die Nachfolge in Pommerellen an, wurde aber schon im Februar 1296 ermordet. Durch die widersprüchliche Politik Mestwins kam es anschließend zu dem langen pommerellischen Erbfolgestreit, nach dem letztlich 1308 der Deutsche Orden das Land in Besitz nahm.

 

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Danzig
(Gdansk)

Schwetz
(Swiecie)

Stolp
(Slupsk)

Schlawe
(Slawno)
 

Quellen:
1) Wikipedia - Die freie Enzyklopädie
2)
Knoll, pp. 30-2.
3) MEDIEVAL LANDs - http://fmg.ac/Projects/MedLands/POMERANIA.htm#EuphemiaPommerellendied1317
4) Preußische Regesten - PrUB 1.2.229
5) Preußische Regesten - PrUB 1.2.276
6) Preußische Regesten - PrUB 1.2.287
7) Preußische Regesten - PrUB 1.2.313
8) Preußische Regesten - PrUB 1.2.397
9) Preußische Regesten - PrUB 1.2.302
10) Preußische Regesten - PrUB 1.2.399

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