Pommerellen www.pommerninfo.de Sambor II. von Pommerellen

Sambor II.

Herzog von Pommerellen-Liebschau
von 1220 bis 1272
 
Geboren am : 1204 od. 1208
Geboren in : Danzig
Gestorben am : 13.11.1278
Gestorben in : Hohensalza

Sambor II. wurde 1208 als Sohn des Mestwin I. und der  Zwinislawa von Polen geboren. Er hatte drei Brüder (Swantepolk II., Wartyslaw I. und Ratibor) und fünf Schwestern (Jadwiga, Witoslawa, Miroslawa, Zwinislawa und Anastazja).

Er heiratete 1232 Mechthilde von Mecklenburg, eine Tochter des Herzogs Borein II. von Mecklenburg. Sie hatten fünf Töchter und einen Sohn.

Kinder:

Margarete  
Euphemie: (auch als Alenta genannt) Vermählt mit Herzog Boleslaw von Schlesien-Glogau (der Wilde).
Salome: Vermählt mit Herzog Semovit von Kujawien (auch Ziemomysl).
Sie verkaufte 1309 ihren Besitz im Großen Werder an den Orden.
Jolanthe: über eine Heirat ist nichts bekannt, hinterließ aber ihren Enkeln ein reiches Erbe.
Gertrude: Gertrude blieb unvermählt. Sie trat ihr Land in Prisna (Berent) 1312 an den Orden ab.
Subieslaw früh verstorben.

Sambor II., aus der Dynastie der Samboriden, war Herzog von Pommerellen-Dirschau-Mewe in den Jahren von 1220 bis 1272.

Sambor II. war beim Tode seines Vaters Mestwin I. erst 12 Jahre alt und stand unter der Vormundschaft seines Bruders Swantopolk. Er erhielt das Gebiet Liebschau (Lubiszewo) mit der dortigen Burg. Im Jahre 1232 vermählte er sich mit Mechthilde, einer Tochter des Abodritenherzogs Borwin II. von Mecklenburg und Vorpommern.

Liebschau (Lubiszewo), heute ein unbedeutendes Dorf, spielte damals eine bedeutende Rolle als doppelte Residenz. Es war gleichzeitig Sitz des mächtigen Johanniterordens, der viele Besitzungen im Lande hatte. Zwei Landstraßen, die von Stargard in Preussen und Wischin (Wysin) nach Danzig führten, gingen über Liebschau. Dirschau (Tczew) lag noch abseits. Nach dem Tode des Bruders Wartyslaw I. (1229) teilten die Brüder dessen Land unter sich auf. Sambors Herrschaftsgebiet umfasste die späteren Kreise Berent, Karthaus, Stargard und Dirschau und den südlichen Teil des Danziger Werders. Noch 1229 vermachten die Brüder Swantopolk und Sambor II. das Mewer Land, „Terra Wansca“ genannt, zum „Trost und Heil“ der Seele ihres verstorbenen Bruders dem Kloster Oliva (Oliwski).

1233/1234 beteiligten sich Sambor II. und Swantopolk an einem Kriegszug des Ordens gegen die Pruzzen und hatten entscheidenden Anteil am Sieg in der Winterschlacht an der Sorge. In der Folgezeit kam es zu immer heftigeren Streitigkeiten zwischen Swantopolk einerseits und Sambor II. und Ratibor andererseits. Es kam schließlich zum Bruderkrieg. Sambor musste fliehen. Er hielt sich bis 1248 im Gebiet des Deutschen Ordens auf. Erst 1253 versöhnten sich die Brüder endgültig.

 


Das Mewer Land

Im Laufe des Bruderkrieges gegen Swantopolk besetzte Sambor II. das Mewer Land (Gniew), das beide Brüder 1229 dem Kloster Oliva (Oliwski) geschenkt hatten. Das Kloster stand nämlich auf Seiten Swantopolks. Oliva wandte sich an den Papst. Sambor II. wurde exkommuniziert, sein Land im Januar 1267 mit dem Interdikt belegt. Das bedeutete, dass außer Taufen und Beerdigungen keine kirchlichen Handlungen vorgenommen werden durften. Sambor II. ließ sich davon nicht beeindrucken. Da er keinen männlichen Erben hatte, schenkte er das Land dem Orden, der sich sofort in den Besitz des Landes setzte und damit auch links der Weichsel Fuß faßte. Nach einem langen Prozess kam durch Vermittlung des Bischofs Philipp von Fermo als päpstlichem Legaten am 18. Mai 1282 der Vergleich von Militsch zustande. Der Orden behielt das Mewer Land, Mestwin II. (als Rechtsnachfolger Sambors II.) versprach, Oliva (Oliwski) anderweitig zu entschädigen.

Nach 1248 widmete sich Sambor II. dem Ausbau seines Landes.   1251 trat er die Burg Zantir, einen wichtigen Stützpunkt und ein Ausfalltor gegen die Pruzzen, gegen eine Entschädigung an den Orden ab, dieser besetzte sie mit einem Konvent von Rittern. Sie war die wichtigste Burg in der Landschaft. Auf einem Hügel am linken Weichselufer ließ er eine Burg bauen, die im April 1252 fertiggestellt wurde. Hierher verlegte er seinen Sitz. Die Burg lag in der Nähe des Ortes Weißenberg (Biała Góra).Der zunehmende Handelsverkehr auf der Weichsel machte die Kontrolle des Schiffsverkehrs und die Erhebung von Zöllen lohnend. Es hatte wohl auch Streitigkeiten mit den Johannitern in Liebschau (Lubiszewo) gegeben. Gleichzeitig gründete er bei der neuen Burg die deutsche Stadt Dirschau (Tczew), die schon 1260 das lübische Recht erhielt. Sambor umgab sich mit deutschen Beratern und rief Deutsche - Kaufleute, Handwerker und vor allem Bauern - ins Land. Es gab keinen slawisch-deutschen Gegensatz, sondern nur den zwischen Christen und Heiden.

Im Jahre 1258 verlieh er dem mecklenburgischen Kloster Doberan das Dorf Pogutken am Oberlauf der Ferse zur Gründung eines Zisterzienserklosters zu seinem, seiner Vorfahren und seines verstorbenen Sohnes Subislaw Seelenheil. Die Lage des Klosters erwies sich als ungünstig. Der Konvent zog deshalb 1276 nach Pelplin.

1272 wurde Sambor II. von seinem Neffen Mestwin II. vertrieben. Er ging in das Gebiet des Ordens und nach Kujawien zu seiner Tochter Salome. Dort starb er in Hohensalza (Inowrocław) am 31. Dezember 1278.

 

@ MapQuest

 

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Danzig
(Gdansk)


Dirschau
(Tczew)

Hohensalza
(Inowroclaw)

Liebschau
(Lubiszewo)

Oliva
(Oliwski)


Zantir

Weissenberg
(Biała Góra)

Lage einiger der genannten Orte
im heutigen Polen

Quellen:
Wikipedia - Die freie Enzyklopädie (http://de.wikipedia.org/wiki/Sambor_II. )
Danmarks Konger og Regenter; von Henning Dehn-Nielsen, 1996
www.e-familytree.net
GENwiki - http://gov.genealogy.net/
 

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