13. Fürstin Hedwigs letzte Fahrt.
Fürstin Hedwig, die Wohltäterin der Stadt Neustettin, wollte auch dort in der Nikolaikirche in einer Kapelle beigesetzt werden. In ihrem Testamente hatte sie alles peinlichst geordnet, wie sie es bei ihren Begräbnisse gehandhabt haben wollte. Den Großen Kurfürsten hatte sie zu ihren Erben und Testamentsvollstrecker eingesetzt. Als sie unerwartet schnell am 26.6.1650 an Pocken verschied, ordnete der Große Kurfürst die Erbauung einer würdigen Grabstätte an; vorläufig wurde ihre Leiche in einem Zinnsarge im Neustettiner Schlosse aufgestellt. Wegen drohender Kriegsgefahren befahl der Kurfürst 1654, die Leiche nach Rügenwalde zu überführen. Das geschah unter Leitung Adams von Podewils auf Krangen.
Davon berichtete eine alten Sage: als der Leichenzug an die Grenze vom Neustettiner Land kam, da erhob sich ein Sturm, als wenn die Welt untergehen wollte. Die Pferde, die den Leichenwagen zogen, wurden scheuen und wollten durchaus nicht weiter gehen. Kein Zureden und keine Peitsche half. Der Leichenwagen ließ sich erst weiter ziehen, als man statt der Pferde Ochsen davor spannte.