14. Herzog Kasimir IX. im Rügenwalder Schlosse.
Kasimir war Bischof von Kammin, hatte aber wegen Kränklichkeit sein Bistum 1602 mit dem Amt und Schlosse Rügenwalde vertauscht. Er übte eine strenge Rechtspflege aus. Als er noch Bischof war, hatten sich die Kolberger 1601 gegen ihn erhoben. Führer des Aufstandes waren Matthias Plantkow und Titus Götzke. Die Sache wurde beigelegt; aber Kasimir ließ, nachdem er das Bistum abgegeben und sich in Rügenwalde zur Ruhe gesetzt, die beide Rädelsführer hinterlistig aufgreifen und auf das Schloss nach Rügenwalde bringen. Hier wurde sie in der Angstkammer grausam gefoltert. Dann schlug ihnen der Henker dem Kopf ab. Die Köpfe wurden auf Pfähle gespießt und auf dem Walle vor dem Schlosse aufgerichtet.
Kasimir war ein leidenschaftlicher Angler und Jäger. In Lederwams, mit der Fischerkappe auf dem Kopfe, fuhr er hinaus auf den Buckowschen Seen oder hantierte im Winter mit den großen Fanggarnen auf dem Eise, wobei öfter wohl am ein 100 Fässer Fische gefangen wurden. Bei Neuenhage an der Glawnitz hatte er sich ein besonderes Haus erbaut, um nur den Fischfange zu leben. Hier starb er auch an einem Magen- und Nierenleiden.
Seine Leiche wurde von Neuenhagen nach Rügenwalde gebracht, in Schlosse einbalsamiert und vier Wochen in einem kühlen Kellergewölbe zurückbehalten. Dann wurde sie nach Stettin überführt. Sechs schwarz behangene Pferde zogen den Wagen, und in allen Städten und Dörfern, die der Zug passierte, läuteten die Glocken.
Sein Gedächtnis lebt im Rügenwalde fort in der prachtvollen Kanzel und dem Predigergestühl, die er beide für die Schlosskirche
schnitzen ließ und die jetzt die Hauptzierden der inneren Ausstattung der Gertrudkirche bilden. Das Wappenportal zu Kanzel stammt aber von der Fürstin Elisabeth und zwar ursprünglich am östlichen Treppenturm des Schlosses befestigt.