21. Die gespenstischen Wölfe bei Damshagen.

Hatte jemand früher einen weiten Weg zu machen, so nahm er zur Abwehr der Wölfe einen Spieß mit. Nur in den 12 heiligen Nächten, die auf Weihnachten folgen, brauchte man sich nicht zu fürchten. In dieser Zeit dürfen die Wölfe keinen anfallen. Das erfuhr auch ein Damshagener, als er spät aus der Stadt nach Hause zurückkehrten. Ihm kam ein ganzes Rudel dieser Untiere entgegen. Sie liefen aber nicht wild durcheinander, wie das sonst ihre Art ist, sondern kamen in einer langen Reihe hintereinander, so dass es aussah, als ob ein Wolf immer in die Spuren des anderen träte. Auch heulte sie nicht, ganz lautlos bewegte sich die schwarze Schar auf der weißen Schneedecke mit unheimlicher Schnelligkeit auf unseren Bauern zu. Dem standen vor Angst die Haare zu Berge. Ein Baum war nicht weit. Auf den sprang er zu und konnte ihn noch gerade erreichen, als er auch schon die feurigen Lichter der ersten Bestie unter sich sieht. Zitternd hält er den Bau umschlungen und fühlt im nächsten Augenblick, wie ihn das Untier beschnupperte. Er glaubte schon die scharfen Zähnen des Wolfes zu spüren, als der Wolf von ihm abläßt und lautlos weitertrabt, eben so machen es die anderen. Mehr tot als lebendig kommt er zu Hause an, hat es aber seitdem verschworen, noch einmal so spät sich der Stadt aufzuhalten.