23. Der Spuk an der Zizower Brücke.

In Zizow einst eine Kindstaufe. Die Männer spielten in der guten Stube Karten und die Frauen saßen in der Putzstube und erzählten sich Spuken.

Die eine fing an: "Mein Großvater kam einst spät aus der Stadt. So zwischen 12 und 1 kam er über die Stolper Brücke. Mit einem Mal vernahm er, das ihm etwas im Nacken saß. Das wurde immer schlimmer und drückte ihm wie zehn Zentner. Er mußte das schleppen bis zum Kreutweg hin. Dann war es weg, als wär es weggeblasen."

Die andere aber erzählte aber: "Meine Mutter ihr Onkel kan auch spät aus der Stadt. Auf der selben Stelle saß ihm plötzlich ein nackter Mann hinten im Wagen. Der sagt zu ihm: Wundere dich nicht, das ich nackt bin! Du wirst auch bald so nackt rumlaufen, denn deine Welt wird bald untergehen!"

Großmutter hörte sich das mit an. Dazu sagt sie: "Das es dort spukten tut, das ist eine alte Geschichte. Als ich noch zur Schule ging, da hat man bei der Stolper Brücke einen Handelsmann totgeschlagen, mein Vater kannte ihn noch, und man hat ihm viel Gold wegenommen. Von der Zeit an spukt es dort. Auch ein schwarzer Hund mit drei Beinen hat man dort rumlaufen sehen."