24. Feuerreiter von Zizow

Im Januar 1795 schlug der Blitz in Zizow ein. Sechs Gehöfte, das Pfarrhaus und das Prediger-Witwenhaus brannten nieder. So schnell griff das Feuer um sich, dass man fürchtete, das ganze Dorf würde eingeäschert werden. Da sprengte auch schon in voller Hast querfeldein auf seinem Schimmel der Rügenwalder Apotheker ins Dorf. Der wußte schon immer im voraus, wann Feuer ausbrechen würden; denn vor jedem Feuer in der Nähe bemächtigte sich seiner eine unerklärliche Unruhe, die ihn ruhelos durchs ganze Haus trieb und dann wurde schnell der Schimmel gesattelt; den der Apotheker kannten den Bannspruch, der dem Feuer Einhalt gebot. So ritt er auch jetzt wieder die wilde Jagd dreimal um alle Gehöfte und sprach dabei den Feuersegen. Dann stürzte er sich mit dem keuchenden Tier in den Dorfteich. Hätte er nur einen Augenblick gezaudert, dann hätten ihn die wütenden Flammen ergriffen, und es wäre um ihn geschehen gewesen. Doch er blieb auch diesmal verschont. -

Im Jahre 1827 verbrannten im Zizow in einem Gehöfte Katze und Hund mit, das war ein schlimmes Zeichen; denn nun wusste man, das neue Gehöft würden nicht 100 Jahre stehen. Und wirklich brannte es 1881 wieder nieder.