25. Verschwundene Dörfer im Rügenwalde Amt.
Die Kirche zu Damshagen soll nach ihrer Bauart die älteste im Kreise Schlawe sein. Sie liegt ganz am Ostende des über eine halben Meile langen Dorf. Das erklärt sich daraus, dass nach der anderen Seite zu noch zwei Dörfer war eingepfarrt waren, die Groß- und Klein-Krobshagen hießen. Sie lag ursprünglich also gerade in der Mitte zwischen den Pfarrdörfern. Groß- und Klein-Krobshagen lagen dem alten Wege, wer durch den Stadtwald nach Järshagen führt, an der rechten Seite vor einer großen Wiese, die noch heute vorhanden ist. Hier stößt man noch heute beim Roden auf Mauersteinen und Brandstellen.
Im 30-jährigen Krieg sind dann beide untergegangen. Nähere Nachrichten fehlten darüber. Die Krobshäger sollen nach Osten ausgewandert sein und sich alle eines Abends unvermutet im Dorfe Rowe am Garde'schen See wieder getroffen haben. Daran erinnern noch heute eine Redensart im Amte. Wenn Bekannte, die sich lange Zeit nicht gesehen haben, unvermutet auf Hochzeiten, Begräbnissen oder auf Reisen zusammentreffen, so sagen sie wohl: "Wir kommen zusammen wie die Krobshäger". Das Kirchenende von Damshagen wird heute auch noch von alten Leuten wohl das Krobshäger genannt. Der an die staatliche Forst angrenzende Teil der Schlawiner Feldmark führt den Namen "Krobshäger Dieck".
An dem alten Kirchsteige Rügenwalde - See-Buckow heißt der Abhang des Fuchsberges noch heute die Dorpstede = Dorfstätte. Hier lag in alter Zeit das Dorf sehr Zerawe, dessen Feldmark die Stadt ihrige einverleibte. Ebenfalls erinnert der Name Bantowe'sche Riese zwischen dem Darlowberge und Kophan an das ehemalige gleichnamige Dorf. Im Preetz erzählt man auch heute noch von einem Dorf Bornhagen oder Barnimshagen, daß in alten Zeit auf dem Sandfeld nicht weit von der Grabow gestanden haben soll. Es soll acht Fischerkaten gezählt haben. Bauernhofsbesitzer Stüwe hat auf seinem dort gelegenen Acker oft durch Feuer und Rauch geschwärzte Mauersteinen gefunden, die von den alten Feuerherden herstammen. Zwischen Preetz und Zerawe wird in alter Zeit ein Dorf Coribegenannt, auch ein pomelow findet sich. Am Buckowschen See lag ein 1252 aufgeführtes Dorf Fesitz, bei Beelkow 1308 Glesenow, bei Eventin Bolesow. Bei Järshagen erinnert die Försterei Wulfshagen an ein untergegangenes Dorf. Und so ließen sich noch eine ganze Reihe aufführen.