3. Meeresungeheuer

In alter Zeit, als es noch keine Dampfschiffe gab, war ein Segelschiff von Ostindien einst lange Zeit durch widrige Winde aufgehalten worden, so dass die Mannschaft Monate hindurch kein Land gesehen hatte. Auf einmal tauchte unvermittelt vor ihnen eine Insel auf; aber vergebens suchte man nach ihr auf der Seekarte. Die Mannschaft war froh, endlich einmal wieder an Land gehen zu können. Sie waren auch neugierig, diese bisher nicht verzeichnete Insel zu besichtigen. Zugleich fuhren mehrere Boote vom Schiffe ab. Ganz flach, ohne Baum und Strauch, lag das Eiland vor ihnen. Der Boden war seltsam weich und schlüpfrig. Als sie die ganze Insel durchwandert hatten, ohne eine Pflanze oder ein Tier anzutreffen, beschlossen sie, wieder zum Schiffe zurückzukehren; aber vorher wollte sie erst Essen kochen, weil sie hungrig geworden waren.

Mitgebrachtes Holz wurde aus den Booten geholt und ein lustiges Feuer angezündet. Da begann der Boden sich plötzlich unter ihre Füße zu bewegen. Alles geriet in schaukelnde Bewegung. Was sie für den Strand gehalten hatten, verschwand bald, bald dehnte es sich wieder weit aus. Haushohe Wellen entstanden, in denen die Boote im Umsehen verschwunden waren und mit ihnen die Aussicht auf Rettung nach dem Schiffe. Ein ungeheurer Fangarm streckte sich plötzlich aus, und sie bemerkten mit Entsetzen, dass das, was sie für eine Insel gehalten hatten, ein riesenhafter schlafender Krake gewesen war, der durch die Wärme des Feuers aufgeweckten worden waren und sich nun zu strecken und zu dehnen begann, um dann in die Tiefe zu versinken. Vergebens winkte und schrie die Mannschaft um Rettung. Die Kameraden von dem Schiffe konnte nicht helfen, weil durch das Ungeheuer das Meer in seinen Tiefen aufgewühlt worden war. Die ganze gelandete Mannschaft musste Ertrinken.