4. Gründung der Stadt Rügenwalde.
In uralten Zeiten war einmal eine große Teuerung und Hungersnot in Norwegen. Da traten die starken Leuten auf, die mittleren Alters waren, und wollten die alten und die jungen als den schwächeren Teil töten, damit sie nicht alle Hungers stürben. Davon hat aber eine ehrbare Frauen, Samboir geheißen, abgeraten und gesagt, man sollte lieber vom alten und jungen untüchtige Volk einen Haufen und vom starken Volk einem anderen Haufen machen und das Los darum werfen, wer aus dem Lande ziehen solle. Welche Teil das Los treffen, dem würde wurden die Götter schon gute Wege zeigen.
Solches gefielen ihnen allen wohl, und sie machte es so und warfen das Los. Das traf die Starken. Dieselben mussten nun wegziehen und kamen nach langem Streifen und Umherziehen zuletzt auf das Land Rügen. Daraus vertrieben sie die Rüger und setzten sich an deren Stelle fest im Lande. Und weil sie auf ihrer Reise die Bärte hatten lange wachsen lassen, hießen sie die Langbärte, welchen Namen sie auch behalten haben. Sie sollen auch die Stadt Barth erbaut haben, welche in ihrem Wappen noch ein Haupt mit langem Barte führt.
Die vertriebenen Rüger hatte sich nach Hinterpommern verzogen, wo sie auch die Stadt Rügenwalde erbaut haben. Dort saßen sie ruhig, bis die Mehrheit der Langbärte das Land zu Rügen geräumt hatte. Da brachen sie auf, überfielen die zurückgeblieben Langbärte und nahmen ihre alte Heimat wieder ein.
